Behandlungsoptionen
Für Menschen mit Kontinenzproblemen gibt es verschiedene Behandlungsoptionen. Ihr Arzt wird gemeinsam mit Ihnen das Krankheitsbild beurteilen und Ihnen bei der Auswahl von geeigneten Behandlungs- und Versorgungsoptionen behilflich sein.
Ernährung
Manche Patienten stellen fest, dass sich ihre Ernährung sowie bestimmte Flüssigkeiten, die sie trinken, auf ihre Toilettengewohnheiten auswirken. Wenn Sie sich darüber informieren möchten, welche Lebensmittel am ehesten die Blasenfunktion beeinträchtigen, kann Sie ein Ernährungsberater untersützen.
Körperliches Training
Wenn Sie an Belastungsinkontinenz leiden, ist körperliches Training normalerweise der erste Ansatzpunkt. Dies hilft Ihnen, Ihre Beckenbodenmuskulatur, die das Öffnen und Schließen der Harnröhre steuert, bewusst wahrzunehmen und zu kräftigen.
Bio-Feedback ist eine Technik, bei der während körperlicher Übungen bestimmte Muskelkontraktionen dem Patienten bewusst gemacht weden, um diese Muskeln gezielt zu trainieren.
Manchmal wird auch eine externe Elektrostimulation eingesetzt, um die Beckenbodenübungen zu ergänzen und zu unterstützen.
Verhaltenstraining
Ein Verhaltenstraining kann dazu beitragen, Probleme im Hinblick auf die Kapazität der Blase zu lindern, um mehr Urin speichern zu können.
Medikamente
Bei Belastungsinkontinenz kann Duloxetin eingesetzt werden, um die Beschwerden durch die Erhöhung des Schließmuskeltonus zu lindern. Bei der überaktiven Blase (Dranginkontinenz oder Reizblase) kommen in der konservativen Therapie überwiegend Antimuskarinika zum Einsatz, wie z.B. Oxybutynin, Trospiumchlorid, Solifenacin, Tolterodin, Darifenacin, Fesoterodin oder Propiverin.
Blasenschrittmacher
Durch die Abgabe schwacher elektrischer Impulse an die sogenannten Sakralnerven im unteren Rückenbereich kann die Kontrollfunktion von Blase und Darm wiederhergestellt werden. Diese Methode wird auch sakrale Neuromodulation genannt. Damit kann sowohl eine Dranginkontinenz als auch eine anale Schließmuskelschwäche behandelt werden (doppelte Inkontinenz).
Operationen
Bei Bedarf sind auch operative Optionen verfügbar. Beispielsweise für Patienten, bei denen andere Behandlungsmaßnahmen nicht erfolgreich bzw. nicht verträglich waren.
Eine Operation kann auch der Behandlung von Muskelschädigungen oder der Korrektur von Absenkungen im Beckenboden (Deszensus) dienen. Ihr Arzt wird Sie informieren, falls bei Ihnen eine Operation erforderlich ist.
Inkontinenzprodukte
Der Markt bietet eine Vielzahl an Inkontinenzprodukten, wobei sich in den letzten Jahren nicht nur die Vielfalt, sondern auch das Aussehen, die Materialien und die Leistungsfähigkeit dieser Produkte verbessert hat. Sie sind hilfreich bei der Hautpflege, der Versorgung bei Harnabgang sowie bei weiteren Aspekten der Inkontinenzversorgung.